PsychotherapieverbundUnterfranken
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Bundesweite Protestaktion

Modellrechnung zur realen Auswirkung von Honorarkürzungen

An Nina Warken CDU
Bundesministerin für Gesundheit

CDU/CSU Rechner zur Abschaffungder ambulanten Psychotherapie

Wie sich Honorarkürzungen tatsächlich auf Einkommen und Versorgung auswirken

Klarstellung

  • Ambulante Psychotherapie wird überwiegend in Ein-Personen-Praxen erbracht – getragen vor allem von Frauen, häufig mit halbem Kassensitz.
  • Von „Teilzeit“ kann dabei keine Rede sein: Bereits bei etwa 22 Patientensitzungen pro Woche entspricht der direkte Patientenkontakt der Unterrichtszeit bayerischer Gymnasiallehrkräfte – oder liegt darüber.
  • Darstellungen von Lobbyorganisationen – etwa durch den GKV-Spitzenverband – nutzen willkürliche „Vollzeit“-Definitionen, um Einkommen künstlich aufzublähen. Die resultierenden Vergleiche sind irreführend: Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten verdienen im Schnitt weniger als selbst die am niedrigsten vergüteten Arztgruppen.
  • Die aktuellen Honorarkürzungen sind ein massiver Eingriff in die Existenz dieser Praxen: Während die Fixkosten unverändert bleiben, bricht das verfügbare Einkommen überproportional ein.
  • Besonders betroffen sind selbstständig tätige Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten: Sie werden zunehmend in Abhängigkeit von profitorientierten Strukturen gedrängt – zur Steigerung der Gewinne unbeteiligter Investoren, zulasten von Psychotherapeutinnen und Patientinnen.

Konsequenz

Was hier geschieht, ist keine abstrakte Systemanpassung – es ist eine reale Abschaffung von Versorgung. Patientinnen und Patienten verlieren den Zugang zu dringend benötigter psychotherapeutischer Hilfe.

Die Folgen sind absehbar, und ihre Billigung ist verantwortungslos: eine Zunahme wissenschaftlich fragwürdiger medikamentöser Behandlungen sowie mehr Unterbringungen in psychiatrischen Einrichtungen.

Das ist ein Rückschritt in eine Zeit, die wir längst hinter uns glaubten.

Forderungen an CDU & CSU

  • Die Rücknahme dieser Kürzungen liegt in Ihrer Hand. Übernehmen Sie Verantwortung – jetzt.
  • Stoppen Sie die systematische Schwächung der ambulanten Psychotherapie durch Budgetierung und weitere Kürzungsmaßnahmen. Diese Politik zerstört Versorgungskapazitäten und lässt Patientinnen und Patienten im Stich.
  • Beenden Sie den politischen Blindflug in der Weiterbildung: Eine Reform ohne Finanzierung ist kein Fortschritt, sondern ein strukturelles Versagen. Sorgen Sie endlich für verlässliche Rahmenbedingungen für die nächste Generation.

Modellrechnung

Die folgenden Berechnungen veranschaulichen exemplarisch, wie sich Honorarkürzungen unter realen Praxisbedingungen auf Gewinn und Nettoeinkommen auswirken.

Rechner

Eingabe

Honorarkürzung

4,5 %

Praxisdaten eingeben

Zentrale Auswirkung

Ergebnis

Umsatzkürzung

4,5 %

Nettoeinkommenskürzung

6,6 %

231 € / Monat

Gewinnverlust 8,0 %

Nettoeinkommen

Entwicklung pro Monat

Differenz

231 €

vorher

3.502 €

nachher

3.270 €

Vorher / Nachher

Einordnung

Nettoverlust

6,6 %

Gewinn vor Steuer

Vorher4.500 €
Nachher4.140 €
Differenz360 €

Nettoeinkommen

Vorher3.502 €
Nachher3.270 €
Differenz231 €
Gewinnverlust8,0 %
Nettoverlust6,6 %

Einkommensteuer vereinfacht anhand Steuerklasse I