Rechtliches
Allgemeine Geschäftsbedingungen
Nutzungsbedingungen für die Informationsplattform des Psychotherapieverbunds — einschließlich der Regelungen zur Auftragsverarbeitung und zur Verschwiegenheit für die Praxiswerkzeuge
§ 1 Geltungsbereich, Betreiber und Nutzergruppen
(1) Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) regeln die Nutzung der Informationsplattform psychotherapieverbund.de und der weiteren Domains, unter denen diese Plattform erreichbar ist (nachfolgend „Plattform“).
(2) Betreiber der Plattform und Vertragspartner ist Dr. Dominik Gall, Psychologischer Psychotherapeut, Zeller Str. 3, 97082 Würzburg (nachfolgend „Betreiber“). Weitere Angaben finden Sie im Impressum.
(3) Die Plattform dient der Bereitstellung von Informationen über approbierte Psychotherapeut:innen und dem Auffinden eines passenden Behandlungsangebots. Sie ermöglicht die Kontaktaufnahme zwischen Psychotherapiesuchenden und Psychotherapeut:innen. Sie vermittelt keine Behandlungsverträge, spricht keine Empfehlungen für oder gegen einzelne Psychotherapeut:innen aus und ersetzt weder eine persönliche Beratung noch eine psychotherapeutische Behandlung. Bei akuter Gefahr für Leib oder Leben wenden Sie sich bitte an den Notruf 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.
(4) Die AGB gelten für drei Nutzergruppen:
- Besucher:innen: Personen, die die Plattform aufrufen, um Informationen über Psychotherapeut:innen abzurufen.
- Psychotherapeut:innen: Approbierte Psychotherapeut:innen, die sich registrieren, ein Profil anlegen und ihre Daten zur Veröffentlichung freigeben. Soweit es um die Praxiswerkzeuge nach § 6 geht, werden sie nachfolgend auch „Praxis“ genannt.
- Patient:innen und Anfragende: Personen, die einen von einer Praxis übermittelten Link zu einem Fragebogen oder zur Terminorganisation nutzen. Für sie gelten die §§ 6, 11, 12, 13 und 15.
(5) Für Psychotherapeut:innen sind diese AGB Bestandteil des Nutzungsvertrags; für Besucher:innen, Patient:innen und Anfragende gelten sie als Nutzungsordnung. Abweichende Bedingungen von Nutzer:innen werden nicht Vertragsbestandteil, auch wenn der Betreiber ihnen nicht ausdrücklich widerspricht.
§ 2 Leistungen der Plattform
(1) Die Plattform stellt Profile von Psychotherapeut:innen bereit, einschließlich Informationen zu:
- Berufsbezeichnung, Fachkunde und therapeutischen Verfahren
- Behandlungsschwerpunkten und Zielgruppen
- Praxisadressen, Kontaktdaten und Standort auf einer Karte
- Abrechnungsarten und Verfügbarkeit von Psychotherapieplätzen
(2) Besucher:innen können Profile durchsuchen, nach Ort, Verfahren und weiteren Merkmalen filtern und die Kontaktdaten der Psychotherapeut:innen zur Kontaktaufnahme verwenden (§ 11).
(3) Psychotherapeut:innen können zusätzlich Gruppenangebote ankündigen (§ 5 Abs. 5) und die Praxiswerkzeuge nach § 6 nutzen.
(4) Der Betreiber ist Anbieter eines Hostingdienstes: Die in den Profilen und Gruppenangeboten enthaltenen Angaben stammen von den jeweiligen Psychotherapeut:innen; der Betreiber macht sie sich nicht zu eigen (§ 10).
(5) Die Nutzung der Plattform ist für alle Nutzergruppen unentgeltlich.
(6) Der Betreiber betreibt die Plattform mit größtmöglicher Sorgfalt. Ein Anspruch auf ständige Verfügbarkeit besteht nicht; Wartungsarbeiten, technische Störungen oder höhere Gewalt können zu vorübergehenden Einschränkungen führen. Der Betreiber darf Funktionen weiterentwickeln, ändern oder einstellen, soweit das für die Nutzer:innen zumutbar ist. Wird eine Funktion eingestellt, in der eine Praxis Daten verwahrt, kündigt der Betreiber dies mindestens vier Wochen vorher in Textform an, damit die Praxis ihre Daten sichern kann.
§ 3 Registrierung und Vertragsschluss
(1) Voraussetzungen
Die Registrierung setzt voraus:
- eine Approbation als Psychologische:r Psychotherapeut:in, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in oder Psychotherapeut:in nach dem Psychotherapeutengesetz oder eine ärztliche Approbation mit der Berechtigung, eine Gebiets-, Schwerpunkt- oder Zusatzbezeichnung im Bereich der Psychotherapie zu führen
- die Berechtigung, die im Profil angegebene Berufsbezeichnung zu führen
- die Mitgliedschaft in einer Psychotherapeutenkammer
- die Eintragung im Arztregister einer Kassenärztlichen Vereinigung sowie die im Registrierungsformular abgefragten Bestätigungen (eigenverantwortliche Leistungserbringung, Einhaltung der Berufsordnung, Abrechnung nach GOP/EBM)
- Volljährigkeit und unbeschränkte Geschäftsfähigkeit
(2) Ablauf und Vertragsschluss
Die Registrierung erfolgt über das Registrierungsformular der Plattform durch Angabe der dort abgefragten Daten. Die Anmeldung ist passwortlos: Der Zugang wird über zeitlich begrenzte Einmalcodes freigegeben, die an die hinterlegte E-Mail-Adresse gesendet werden; künftig kann zusätzlich die Anmeldung mit einem Passkey angeboten werden.
Mit dem Absenden der Registrierung gibt die Psychotherapeut:in ein Angebot auf Abschluss eines unentgeltlichen Nutzungsvertrags ab. Der Vertrag kommt mit der Freischaltung des Accounts zustande; sie erfolgt in der Regel automatisch mit der Bestätigung der E-Mail-Adresse. Der Betreiber ist berechtigt, die Angaben vor oder nach der Freischaltung zu prüfen, Nachweise zu verlangen (etwa Approbationsurkunde oder Kammermitgliedschaft) und die Freischaltung oder die Veröffentlichung des Profils bis zur Vorlage zurückzustellen. Ein Anspruch auf Abschluss des Nutzungsvertrags besteht nicht.
(3) Nutzung in beruflicher Eigenschaft
Psychotherapeut:innen nutzen die Plattform in Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit und damit als Unternehmer:innen im Sinne des § 14 BGB. Ein Widerrufsrecht nach den Vorschriften über Verbraucherverträge besteht nicht; die Psychotherapeut:in kann den Vertrag aber jederzeit nach § 9 beenden.
(4) Zugang und Sorgfalt
Jede Person darf nur einen Account führen. Weil der Zugang über die hinterlegte E-Mail-Adresse freigegeben wird, ist das zugehörige Postfach der Schlüssel zum Account: Die Psychotherapeut:in hält es angemessen gesichert, gibt Einmalcodes an niemanden weiter und teilt dem Betreiber einen Verdacht auf Missbrauch unverzüglich mit. Handlungen, die über ihren Account vorgenommen werden, muss sie sich zurechnen lassen, es sei denn, sie hat den Missbrauch nicht zu vertreten.
(5) Einbeziehung dieser AGB
Mit der Registrierung erkennt die Psychotherapeut:in diese AGB einschließlich der Regelungen zur Auftragsverarbeitung (§ 7) und zur Verschwiegenheit (§ 8) an. Zeitpunkt und Fassung der Zustimmung werden gespeichert; sie dienen beiden Seiten als Nachweis.
§ 4 Pflichten der Psychotherapeut:innen
(1) Wahrheitsgemäße und rechtmäßige Angaben
Die Psychotherapeut:in verpflichtet sich, alle Angaben in ihrem Profil wahrheitsgemäß, vollständig und aktuell zu halten. Dies umfasst insbesondere:
- Name, Berufsbezeichnung, akademische Titel und Qualifikationen
- Praxisadressen und Kontaktdaten
- Psychotherapeutische Fachrichtung, Verfahren und Schwerpunkte
- Abrechnungsarten und Verfügbarkeit für neue Patient:innen
- Zugehörigkeit zu Psychotherapeutenkammer und Kassenärztlicher Vereinigung
(2) Geschützte Berufsbezeichnungen
Geschützte Berufsbezeichnungen (z. B. „Psychologische:r Psychotherapeut:in“, „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in“, „Psychotherapeut:in“, „Fachpsychotherapeut:in“) dürfen nur geführt werden, wenn die entsprechende staatlich anerkannte Qualifikation vorliegt. Die Psychotherapeut:in stellt sicher, dass sie zur Führung der angegebenen Berufsbezeichnung berechtigt ist.
Bewusst unzutreffende oder irreführende Angaben können rechtliche Folgen haben (u. a. nach § 132a StGB und dem Psychotherapeutengesetz) und berechtigen den Betreiber zur sofortigen Sperrung oder Löschung des Accounts.
(3) Aktualisierung der Daten
Die Psychotherapeut:in ist verpflichtet, ihre Profildaten regelmäßig zu überprüfen und unverzüglich zu aktualisieren, wenn sich Änderungen ergeben (z. B. Praxisadresse, Verfügbarkeit, Kontaktdaten, Zulassungsstatus).
(4) Einhaltung berufs- und werberechtlicher Pflichten
Die Psychotherapeut:in verpflichtet sich, bei der Nutzung der Plattform alle berufsrechtlichen Pflichten einzuhalten, insbesondere die Berufsordnung der zuständigen Psychotherapeutenkammer, das Psychotherapeutengesetz und das Heilberufe-Kammergesetz ihres Landes. Profil und Gruppenangebote sind Werbung für Heilbehandlungen; sie müssen dem Heilmittelwerbegesetz und dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb entsprechen, sachlich und berufsbezogen sein und dürfen weder irreführen noch Heilungsversprechen enthalten.
(5) Eigenverantwortung für Profilangaben
Die Psychotherapeut:in ist für sämtliche von ihr eingestellten oder zur Veröffentlichung freigegebenen Angaben und Inhalte rechtlich und inhaltlich allein verantwortlich. Dies gilt insbesondere für Angaben zu Berufsbezeichnung, Approbation, Fachkunde, Arztregistereintrag, Zulassungsstatus, Behandlungsschwerpunkten, Verfahren, Verfügbarkeit sowie Praxis- und Kontaktdaten.
Die Psychotherapeut:in versichert, nur solche Berufsbezeichnungen, Qualifikationen und sonstigen Angaben zu verwenden, zu deren Führung oder Angabe sie rechtlich befugt ist.
(6) Zweckgebundene Nutzung
Die Plattform darf nur für die Darstellung des eigenen psychotherapeutischen Angebots und für die Praxiswerkzeuge nach § 6 genutzt werden. Werbung für Dritte, der Vertrieb von Produkten, das Einstellen von Inhalten ohne Bezug zur eigenen Berufsausübung und die Nutzung des Accounts durch andere Personen sind nicht gestattet.
§ 5 Veröffentlichung, hochgeladene Inhalte und Nutzungsrechte
(1) Veröffentlichung des Profils
Die Psychotherapeut:in kann ihr Profil jederzeit selbstständig zur Veröffentlichung freigeben oder verbergen. Die Veröffentlichung erfolgt ausschließlich auf ihre ausdrückliche Freigabe. Vor der Veröffentlichung müssen Mindestanforderungen erfüllt sein (vollständiges Profil mit Name, Bild, Kontaktdaten und Praxisadresse). Ein veröffentlichtes Profil ist weltweit abrufbar und kann von Suchmaschinen erfasst werden.
(2) Einräumung von Nutzungsrechten
Die Psychotherapeut:in räumt dem Betreiber mit dem Einstellen von Inhalten (Texte, Bilder, biografische Informationen, Gruppenangebote) ein einfaches, nicht ausschließliches, räumlich unbeschränktes Nutzungsrecht für die Dauer der Einstellung ein. Es umfasst das Recht, die Inhalte im Rahmen der Plattform zu speichern, zu vervielfältigen, technisch zu bearbeiten (etwa Bilder zu skalieren und in andere Formate zu wandeln) und öffentlich zugänglich zu machen, sowie das Recht, die dafür eingesetzten Dienstleister (Hosting, Bildauslieferung, Sicherung) entsprechend zu unterlizenzieren.
Das Nutzungsrecht erlischt, wenn die Psychotherapeut:in den Inhalt löscht, das Profil verbirgt oder ihren Account beendet. Technische Kopien in Sicherungen bleiben für die Dauer des Sicherungszyklus erhalten und werden nicht genutzt. Kopien, die Suchmaschinen oder Dritte angefertigt haben, kann der Betreiber nicht entfernen.
(3) Rechtmäßigkeit der Inhalte und Freistellung
Die Psychotherapeut:in versichert, dass sie über alle erforderlichen Rechte an den eingestellten Inhalten verfügt und dass diese keine Rechte Dritter (insbesondere Urheber-, Marken- und Persönlichkeitsrechte) verletzen. Abgebildete Personen haben der Veröffentlichung zugestimmt.
Die Psychotherapeut:in stellt den Betreiber von allen Ansprüchen Dritter frei, die wegen der von ihr eingestellten Inhalte geltend gemacht werden, einschließlich der angemessenen Kosten der Rechtsverteidigung, soweit sie die Rechtsverletzung zu vertreten hat. Der Betreiber informiert sie unverzüglich über geltend gemachte Ansprüche und gibt ihr Gelegenheit zur Stellungnahme.
(4) Unzulässige Inhalte
Die Psychotherapeut:in darf keine Inhalte einstellen, die:
- gegen geltendes Recht verstoßen
- Rechte Dritter verletzen
- beleidigend, diskriminierend oder sittenwidrig sind
- irreführende oder unwahre Angaben enthalten
- personenbezogene Daten von Patient:innen oder anderen Dritten enthalten, etwa Fallbeispiele mit erkennbaren Personen
(5) Gruppenangebote
Gruppenangebote sind Inhalte im Sinne dieses Paragraphen. Die Angaben zu Zielgruppe, Verfahren, Zeit, Ort, Umfang und Abrechnung müssen zutreffen und aktuell gehalten werden; ein Angebot, das nicht mehr besteht, ist unverzüglich zu entfernen.
§ 6 Praxiswerkzeuge: Fragebögen und Terminorganisation
(1) Überblick und Rollen
Zusätzlich zum Profil stellt der Betreiber Werkzeuge bereit, mit denen eine Praxis Daten ihrer Patient:innen verarbeitet: Fragebögen aus psychodiagnostischen Verfahren (Abs. 2) und eine Terminorganisation, die sich in geschlossener Erprobung befindet (Abs. 3).
Für diese Werkzeuge ist die Praxis Verantwortliche im Sinne von Art. 4 Nr. 7 DSGVO: Sie entscheidet, ob, wofür und mit welchen Patient:innen sie ein Werkzeug einsetzt. Der Betreiber verarbeitet die dabei anfallenden Daten ausschließlich in ihrem Auftrag als Auftragsverarbeiter nach Art. 28 DSGVO (§ 7) und unterliegt dabei der Verschwiegenheit nach § 8. Setzt der Betreiber die Werkzeuge in seiner eigenen Praxis ein, ist er in beiden Rollen verantwortlich.
(2) Fragebögen
a) Die Praxis stellt aus den auf der Plattform bereitgestellten Verfahren einen Fragebogen zusammen. Die Plattform erzeugt dazu einen Link mit einem zufälligen Zugangscode. Die Praxis übermittelt diesen Link ihren Patient:innen auf einem Weg, den sie selbst wählt; die Kommunikation außerhalb der Plattform liegt in ihrer Verantwortung.
b) Die Praxis kann einem Fragebogen ein selbst vergebenes Kürzel zuordnen. Es dient allein ihrer eigenen Zuordnung und darf keine Namen, Geburtsdaten oder sonstigen Angaben enthalten, die eine Patient:in für Dritte erkennbar machen. Die Zuordnung eines Kürzels zu einer Person führt die Praxis außerhalb der Plattform. Name, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Anschrift von Patient:innen werden auf der Plattform nicht erhoben.
c) Die Auswertung, die die Plattform anzeigt, ist eine Rechenhilfe: Sie berechnet Summen- und Skalenwerte nach den Auswertungsvorschriften des jeweiligen Verfahrens. Sie ist keine Diagnose und ersetzt nicht die fachliche Beurteilung. Auswahl und Indikation der Verfahren, Durchführung, Interpretation der Ergebnisse und deren Übernahme in die Behandlungsdokumentation (§ 630f BGB) obliegen allein der Praxis. Die Plattform ist nicht Teil der Patientenakte; was die Praxis dauerhaft benötigt, überführt sie in ihre eigene Dokumentation.
d) Der Betreiber stellt nur Verfahren bereit, deren Verwendung auf der Plattform zulässig ist (gemeinfrei, frei lizenziert oder mit Zustimmung des Rechteinhabers). Er darf Verfahren ändern, ergänzen oder entfernen; die Entfernung eines Verfahrens kündigt er mindestens vier Wochen vorher an.
e) Die Praxis informiert ihre Patient:innen vor dem Ausfüllen über die Verarbeitung (Art. 13 DSGVO) und stellt die Rechtsgrundlage sicher — im Rahmen der Behandlung Art. 9 Abs. 2 lit. h DSGVO in Verbindung mit § 22 BDSG oder eine ausdrückliche Einwilligung. Für die Information kann sie auf Abschnitt 6.6 der Datenschutzerklärung verweisen, die beschreibt, welche Daten die Plattform dabei verarbeitet. Das Ausfüllen ist für Patient:innen freiwillig.
(3) Terminorganisation (geschlossene Erprobung)
a) Die Terminorganisation befindet sich in einer geschlossenen Erprobung mit einer einzigen Praxis und ist für andere Praxen nicht freigeschaltet. Ihre Nutzung setzt eine gesonderte Freischaltung durch den Betreiber voraus; ein Anspruch darauf besteht nicht. Der Betreiber kann die Erprobung mit einer Frist von vier Wochen beenden, damit die Praxis ihre Daten sichern kann.
b) Anfragende Personen tragen die Angaben selbst ein, die für eine Terminanfrage nötig sind — in der Regel Name, E-Mail-Adresse und eine kurze Nachricht. Sie geben nur eigene, zutreffende Daten an und nutzen Einladungs- und Verwaltungslinks ausschließlich selbst. Die Praxis informiert Anfragende über die Verarbeitung (Art. 13 DSGVO) und stellt die Rechtsgrundlage sicher; Abschnitt 6.7 der Datenschutzerklärung beschreibt, was die Plattform dabei verarbeitet, einschließlich der Löschfristen.
c) Angaben aus Terminanfragen werden verschlüsselt gespeichert; der Schlüssel liegt bei einem anderen Anbieter als die Daten (§ 7 Abs. 6). Nachrichten, die die Anwendung im Zuge einer Terminanfrage versendet, laufen über den in Abschnitt 5.2 der Datenschutzerklärung genannten Versanddienst.
(4) Löschung und Verfügbarkeit
Die Praxis kann Fragebögen jederzeit löschen. Die Löschung des Accounts löscht alle Fragebögen samt Antworten (§ 9 Abs. 2); Daten der Terminorganisation liegen in einer getrennten Datenbank und unterliegen den in der Datenschutzerklärung genannten Fristen. Für die Praxiswerkzeuge gilt § 2 Abs. 6 entsprechend; eine bestimmte Verfügbarkeit wird nicht zugesichert.
§ 7 Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO)
Dieser Paragraph ist der Vertrag über die Verarbeitung im Auftrag nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO zwischen der Praxis als Verantwortlicher und dem Betreiber als Auftragsverarbeiter. Er gilt für alle Daten, die die Praxis mit den Praxiswerkzeugen nach § 6 verarbeitet.
(1) Gegenstand und Dauer
Gegenstand ist die Bereitstellung und der Betrieb der Praxiswerkzeuge nach § 6. Die Vereinbarung gilt, solange die Praxis diese Werkzeuge nutzt, längstens für die Dauer des Nutzungsvertrags, und für die anschließende Löschung nach Abs. 11.
(2) Art und Zweck der Verarbeitung
Der Betreiber speichert die Daten, stellt sie der Praxis zur Anzeige und Auswertung bereit, berechnet Auswertungen nach den Vorschriften der Verfahren, versendet Nachrichten der Terminorganisation, verwaltet den Zustand von Terminvorgängen und löscht die Daten nach den vereinbarten Fristen. Zweck ist ausschließlich die Unterstützung der Praxis bei Diagnostik und Terminorganisation. Der Betreiber verarbeitet die Daten nicht für eigene Zwecke; anonyme Zählwerte ohne Bezug zu Inhalten, etwa die Zahl angelegter Fragebögen, bleiben unberührt.
(3) Art der Daten und Kategorien betroffener Personen
Fragebögen: ausgewählte Verfahren, gegebene Antworten, Zeitpunkt des Abschlusses, Zugangscode, von der Praxis vergebenes Kürzel. Die Antworten sind regelmäßig Gesundheitsdaten im Sinne von Art. 9 DSGVO und werden in jedem Fall so behandelt.
Terminorganisation: Name, E-Mail-Adresse und Nachricht der anfragenden Person, Zustand des Vorgangs, Termine, Protokolleinträge, Einladungs- und Verwaltungslinks. Eine Nachricht kann Angaben zur Gesundheit enthalten.
Betroffene Personen: Patient:innen und Anfragende der Praxis; Beschäftigte der Praxis, soweit sie die Werkzeuge bedienen.
(4) Weisungen
Der Betreiber verarbeitet die Daten nur auf dokumentierte Weisung der Praxis. Weisungen erteilt die Praxis in erster Linie durch die Nutzung der Funktionen selbst (Anlegen, Auswerten, Löschen); darüber hinaus in Textform an . Weisungen, die über den Funktionsumfang hinausgehen, setzt der Betreiber um, soweit ihm das zumutbar ist. Hält er eine Weisung für rechtswidrig, teilt er das der Praxis unverzüglich mit und darf die Ausführung bis zur Klärung aussetzen. Ist er nach dem Recht der Union oder eines Mitgliedstaats zu einer Verarbeitung verpflichtet, teilt er der Praxis diese Anforderung vor der Verarbeitung mit, sofern das Recht dies nicht verbietet.
(5) Pflichten des Betreibers
- Vertraulichkeit: Der Betreiber wahrt die Vertraulichkeit der Daten und setzt nur Personen ein, die zur Vertraulichkeit und nach § 8 zur Verschwiegenheit verpflichtet sind.
- Sicherheit der Verarbeitung: Der Betreiber trifft die technischen und organisatorischen Maßnahmen nach Art. 32 DSGVO, die in Abschnitt 12 der Datenschutzerklärung beschrieben sind; sie sind Bestandteil dieser Vereinbarung. Zu ihnen gehören insbesondere: Betrieb von Anwendung und Datenbank in Deutschland bei einem nach § 203 StGB verpflichteten Anbieter, Verschlüsselung der Sicherungen vor dem Verlassen des Servers, Verschlüsselung der Terminanfragen mit einem getrennt verwahrten Schlüssel, passwortlose Anmeldung mit zeitlich begrenzten Einmalcodes, Zugriffs- und Missbrauchsschutz. Der Betreiber darf die Maßnahmen weiterentwickeln, sofern das Schutzniveau dabei nicht sinkt.
- Unterstützung: Der Betreiber unterstützt die Praxis mit den ihm verfügbaren Informationen bei der Beantwortung von Anfragen betroffener Personen (Art. 12 bis 22 DSGVO) sowie bei ihren Pflichten aus Art. 32 bis 36 DSGVO (Sicherheit, Meldung von Verletzungen, Datenschutz-Folgenabschätzung, Konsultation der Aufsichtsbehörde).
- Verletzungen des Schutzes personenbezogener Daten: Der Betreiber meldet der Praxis jede Verletzung, die Daten der Praxis betrifft, unverzüglich nach Kenntnis mit den Angaben nach Art. 33 Abs. 3 DSGVO, soweit sie ihm vorliegen, und reicht fehlende Angaben nach.
- Verzeichnis und Ansprechpartner: Der Betreiber führt das Verzeichnis nach Art. 30 Abs. 2 DSGVO. Ein Datenschutzbeauftragter ist nicht benannt; Ansprechpartner ist der Betreiber selbst (§ 1 Abs. 2).
- Ort der Verarbeitung: Anwendung und Datenbank werden in Deutschland betrieben; verschlüsselte Sicherungen liegen in der Europäischen Union; der Schlüssel für Terminanfragen liegt in Frankfurt am Main. Klartextdaten verlassen die Europäische Union nicht.
(6) Unterauftragsverarbeiter
Die Praxis genehmigt den Einsatz der folgenden Unterauftragsverarbeiter, mit denen jeweils ein Vertrag nach Art. 28 DSGVO besteht:
T-Systems International GmbH, Hahnstraße 43d, 60528 Frankfurt am Main — Betrieb von Server und Datenbank (T Cloud Public, Region eu-de, Rechenzentren Biere und Magdeburg). Einziger Unterauftragsverarbeiter, bei dem ein Zugriff auf Klartextdaten technisch nicht ausgeschlossen ist; durch die Regelung für Berufsgeheimnisträger in seinen Vertragsbedingungen nach § 203 StGB verpflichtet.
Cloudflare, Inc., 101 Townsend Street, San Francisco, CA 94107, USA — Ablage der verschlüsselten Datenbanksicherungen in einem Objektspeicher mit EU-Jurisdiktion. Erhält keine Klartextdaten.
Backblaze, Inc., 201 Baldwin Avenue, San Mateo, CA 94401, USA — Zweitkopie der verschlüsselten Sicherungen in der Region eu-central-003 (Amsterdam). Erhält keine Klartextdaten.
Amazon Web Services EMEA SARL, 38 Avenue John F. Kennedy, L-1855 Luxemburg — Schlüsseldienst für die Verschlüsselung der Terminanfragen (Region eu-central-1, Frankfurt am Main; erhält nur den Schlüssel, nie die Daten) sowie Versand der Nachrichten, die die Anwendung im Zuge der Terminorganisation erzeugt.
Weitere Unterauftragsverarbeiter setzt der Betreiber nur ein, wenn er die Praxis mindestens vier Wochen vorher in Textform über die Änderung informiert hat. Die Praxis kann der Änderung aus wichtigem datenschutzrechtlichen Grund innerhalb dieser Frist widersprechen. Können sich die Parteien dann nicht einigen, darf jede Seite die Nutzung der betroffenen Praxiswerkzeuge mit Wirkung zum Zeitpunkt der Änderung beenden; Abs. 11 gilt entsprechend. Der Betreiber legt seinen Unterauftragsverarbeitern Pflichten auf, die den hier vereinbarten entsprechen, und haftet der Praxis gegenüber für deren Einhaltung.
(7) Übermittlung in Drittländer
Klartextdaten werden nicht in Drittländer übermittelt. Cloudflare und Backblaze sind Unternehmen mit Sitz in den USA, verwahren die Sicherungen aber ausschließlich verschlüsselt an Speicherorten in der Europäischen Union; für einen etwaigen Zugriff aus den USA gelten die in ihren Data Processing Addenda vereinbarten EU-Standardvertragsklauseln (Art. 46 Abs. 2 lit. c DSGVO), bei Cloudflare zusätzlich die Zertifizierung nach dem EU-U.S. Data Privacy Framework. Für den Schlüsseldienst und den Versanddienst von Amazon Web Services gelten das AWS Data Processing Addendum mit EU-Standardvertragsklauseln und die Teilnahme von Amazon am EU-U.S. Data Privacy Framework; beide Dienste sind in der Region Frankfurt am Main konfiguriert. Die Einzelheiten stehen in den Abschnitten 3.2, 3.4 und 5.2 der Datenschutzerklärung.
(8) Rechte der betroffenen Personen
Wendet sich eine betroffene Person mit einem Anliegen zu Fragebogen- oder Termindaten an den Betreiber, leitet er es unverzüglich an die Praxis weiter, soweit er den Vorgang zuordnen kann, und beantwortet es nicht selbst, es sei denn, die Praxis hat ihn dazu ermächtigt. Auskunft, Berichtigung, Löschung und Einschränkung führt die Praxis über die Funktionen der Werkzeuge selbst aus; wo das nicht möglich ist, unterstützt der Betreiber sie auf Weisung.
(9) Nachweise und Kontrollen
Der Betreiber stellt der Praxis auf Anfrage die Informationen zur Verfügung, die sie zum Nachweis der Einhaltung dieser Vereinbarung benötigt, insbesondere die Beschreibung der technischen und organisatorischen Maßnahmen, die Vertragsbedingungen und Zertifizierungen seiner Unterauftragsverarbeiter und das Ergebnis eigener Prüfungen. Genügt das nicht, darf die Praxis nach angemessener Ankündigung zu üblichen Geschäftszeiten selbst oder durch einen zur Verschwiegenheit verpflichteten Dritten prüfen — anlasslos höchstens einmal im Kalenderjahr, bei konkretem Anlass jederzeit. Die Kosten einer anlasslosen Prüfung trägt die Praxis.
(10) Pflichten der Praxis
- Die Praxis ist für die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung verantwortlich, insbesondere für die Rechtsgrundlage, die Information der Patient:innen und Anfragenden (Art. 13 DSGVO) und, soweit erforderlich, deren Einwilligung.
- Sie hat sich vor der Nutzung davon überzeugt, dass die in Abs. 5 beschriebenen Maßnahmen für ihre Verarbeitung angemessen sind, und prüft das in angemessenen Abständen erneut.
- Sie erhebt über die Werkzeuge nur die Daten, die das jeweilige Werkzeug vorsieht, und trägt keine identifizierenden Angaben in Felder ein, die dafür nicht bestimmt sind (§ 6 Abs. 2 lit. b).
- Sie dokumentiert Weisungen, die sie in Textform erteilt, und informiert den Betreiber unverzüglich, wenn sie Fehler oder Unregelmäßigkeiten bei der Verarbeitung feststellt.
- Sie überführt Auswertungen, die sie dauerhaft benötigt, in ihre eigene Behandlungsdokumentation, bevor sie Fragebögen oder den Account löscht.
(11) Beendigung und Löschung
Mit dem Ende der Nutzung eines Werkzeugs oder des Nutzungsvertrags löscht der Betreiber die Daten der Praxis nach Maßgabe von § 9 Abs. 2 und der Datenschutzerklärung. Eine Rückgabe erfolgt, indem die Praxis Auswertungen vor der Löschung über die Funktionen der Werkzeuge einsieht und in ihre Dokumentation übernimmt. Kopien in Sicherungen laufen mit dem Sicherungszyklus aus und werden nicht weiterverwendet. Auf Wunsch bestätigt der Betreiber die Löschung in Textform.
(12) Vorrang und Änderungen
Bei Widersprüchen zwischen diesem Paragraphen oder § 8 und den übrigen Bestimmungen dieser AGB gehen § 7 und § 8 vor. Änderungen der §§ 7 und 8 werden nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Praxis wirksam (§ 16 Abs. 4).
§ 8 Verschwiegenheit (§ 203 StGB)
(1) Verpflichtung
Der Betreiber wirkt mit den Praxiswerkzeugen an der beruflichen Tätigkeit der Praxis mit und ist insoweit mitwirkende Person im Sinne von § 203 Abs. 3 Satz 2 StGB. Die Praxis verpflichtet ihn hiermit zur Geheimhaltung, und der Betreiber verpflichtet sich, über alle fremden Geheimnisse — insbesondere die Identität von Patient:innen und Anfragenden, die Tatsache ihrer Behandlung oder Anfrage und alle Angaben zu ihrer Gesundheit —, die ihm bei der Ausübung oder bei Gelegenheit seiner Tätigkeit bekannt werden, Stillschweigen zu bewahren. Diese Pflicht besteht über das Ende des Nutzungsvertrags hinaus fort.
(2) Kenntnisnahme nur soweit erforderlich
Der Betreiber verschafft sich Kenntnis von geschützten Daten nur, soweit das zur Erfüllung seiner Aufgaben unbedingt erforderlich ist — etwa zur Beseitigung einer Störung oder auf ausdrückliche Bitte der Praxis um Unterstützung. Eine routinemäßige Einsicht in Antworten, Auswertungen oder Terminanfragen findet nicht statt.
(3) Belehrung
Der Betreiber nimmt zur Kenntnis, dass sich nach § 203 Abs. 4 Satz 1 StGB strafbar macht, wer als mitwirkende Person unbefugt ein fremdes Geheimnis offenbart, das ihm bei der Ausübung oder bei Gelegenheit seiner Tätigkeit bekannt geworden ist, und dass er sich nach § 203 Abs. 4 Satz 2 Nr. 1 StGB strafbar macht, wenn er sich einer weiteren mitwirkenden Person bedient, die ein solches Geheimnis offenbart, ohne dafür gesorgt zu haben, dass sie zur Geheimhaltung verpflichtet wurde.
(4) Weitere mitwirkende Personen
Der Betreiber setzt Personen und Unternehmen, die mit geschützten Daten in Berührung kommen können, nur ein, wenn sie zuvor zur Geheimhaltung verpflichtet und über die Strafbarkeit nach § 203 Abs. 4 StGB belehrt worden sind. Für die Betreiberin der Serverinfrastruktur ist das durch die Regelung für Berufsgeheimnisträger in ihren Vertragsbedingungen geschehen, die auch deren Unterauftragnehmer bindet; die übrigen Dienstleister erhalten keine geschützten Daten im Klartext (§ 7 Abs. 6 und 7). Eigene Beschäftigte oder Helfer verpflichtet und belehrt der Betreiber vor Aufnahme ihrer Tätigkeit in gleicher Weise. Im Ausland werden weitere mitwirkende Personen nur eingesetzt, wenn der dortige Schutz der Geheimnisse dem inländischen vergleichbar ist.
(5) Stellung im Straf- und Ermittlungsverfahren
Dem Betreiber steht als mitwirkender Person ein Zeugnisverweigerungsrecht nach § 53a StPO zu; über dessen Ausübung entscheidet die Praxis als Berufsgeheimnisträgerin. Die in seinem Gewahrsam befindlichen geschützten Daten unterliegen dem Beschlagnahmeverbot nach § 97 StPO. Der Betreiber gibt sie nicht freiwillig heraus, widerspricht einer Beschlagnahme und benachrichtigt die Praxis unverzüglich, soweit das rechtlich zulässig ist.
(6) Herausgabe an Dritte
Eine Herausgabe geschützter Daten an Dritte erfolgt nur, wenn der Betreiber dazu gesetzlich verpflichtet ist. Er beschränkt sie auf das rechtlich Gebotene und informiert die Praxis vorher, soweit das zulässig ist, sonst unverzüglich danach.
(7) Nachweis
Die Annahme dieser AGB dokumentiert die Verpflichtung nach Abs. 1 (§ 3 Abs. 5). Auf Wunsch stellt der Betreiber der Praxis zusätzlich eine datierte Verpflichtungserklärung in Textform für ihre Unterlagen aus.
§ 9 Sperrung, Löschung und Kündigung
(1) Sperrung durch den Betreiber
Der Betreiber ist berechtigt, einen Account vorübergehend zu sperren, einzelne Inhalte auszublenden oder die Veröffentlichung eines Profils ganz oder teilweise auszusetzen, wenn:
- die Psychotherapeut:in gegen diese AGB, berufsrechtliche Pflichten oder gesetzliche Vorschriften verstößt
- ein begründeter Verdacht auf unwahre, irreführende oder rechtsverletzende Angaben besteht
- die Psychotherapeut:in die Voraussetzungen für die Registrierung nicht (mehr) erfüllt (z. B. fehlende Approbation)
- Hinweise auf Rechtsverstöße eingehen, die nach Prüfung plausibel erscheinen (§ 10)
Der Betreiber teilt der Psychotherapeut:in die Gründe mit und gibt ihr Gelegenheit zur Stellungnahme — vorher, soweit nicht eine sofortige Maßnahme zum Schutz Dritter oder der Plattform erforderlich ist, sonst unverzüglich danach. Erweist sich der Anlass als unbegründet, hebt er die Maßnahme auf. Bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen darf er den Account löschen und den Vertrag fristlos kündigen.
(2) Löschung durch die Psychotherapeut:in
Die Psychotherapeut:in kann ihren Account jederzeit selbstständig löschen. Die Löschung entfernt in einem Vorgang das Profil samt hochgeladener Bilder, die Gruppenangebote, die Fragebögen samt Antworten, offene Einmalcodes, eine hinterlegte Sicherheitsrufnummer, das Konto selbst und alle laufenden Sitzungen. Sie wirkt unverzüglich und ist nicht rückgängig zu machen. Daten der Terminorganisation liegen in einer getrennten Datenbank und unterliegen den in der Datenschutzerklärung genannten Fristen; auf Wunsch löscht der Betreiber sie zusätzlich von Hand. Kopien in Sicherungen laufen mit dem Sicherungszyklus aus.
(3) Kündigung
Die Psychotherapeut:in kann den Nutzungsvertrag jederzeit ohne Einhaltung einer Frist kündigen; die Löschung des Accounts gilt als Kündigung. Der Betreiber kann den Vertrag mit einer Frist von vier Wochen kündigen, damit die Psychotherapeut:in ihre Daten sichern kann, und aus wichtigem Grund fristlos (Abs. 1). Kündigungen bedürfen der Textform; eine E-Mail genügt.
Mit dem Ende des Vertrags enden die Nutzungsrechte nach § 5 Abs. 2, und der Betreiber löscht die Daten nach Abs. 2 und § 7 Abs. 11. Die Verschwiegenheit nach § 8 bleibt bestehen.
§ 10 Richtigkeit der Informationen und Umgang mit Hinweisen
(1) Die auf der Plattform veröffentlichten Angaben werden von den jeweiligen Psychotherapeut:innen eigenverantwortlich bereitgestellt und gepflegt. Der Betreiber prüft sie nicht vorab, macht sie sich nicht zu eigen und übernimmt keine Gewähr für ihre Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität. Die Verantwortung für rechtlich zulässige, insbesondere berufsrechtlich zulässige, sachlich zutreffende, vollständige und aktuelle Angaben liegt ausschließlich bei der jeweiligen Psychotherapeut:in.
(2) Hinweise auf unzutreffende, irreführende, veraltete oder rechtswidrige Angaben können jederzeit an gerichtet werden. Ein Hinweis sollte die betroffene Seite benennen und erläutern, warum die Angabe unzutreffend oder rechtswidrig ist. Der Betreiber prüft Hinweise zeitnah und sorgfältig.
(3) Erweist sich ein Hinweis als plausibel, ist der Betreiber berechtigt, die betreffenden Inhalte vorübergehend auszublenden oder zu entfernen, die Veröffentlichung des Profils bis zur Klärung ganz oder teilweise auszusetzen oder den Account nach § 9 zu sperren. Die betroffene Psychotherapeut:in erhält eine Begründung und Gelegenheit zur Stellungnahme; wer den Hinweis gegeben hat, erhält eine Rückmeldung über das Ergebnis, soweit er eine Kontaktmöglichkeit angegeben hat.
§ 11 Nutzung durch Besucher:innen und Anfragende; Kontaktdaten
(1) Die auf der Plattform veröffentlichten Kontaktdaten (E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Adressen) dienen ausschließlich der Kontaktaufnahme im Zusammenhang mit psychotherapeutischen Anfragen und Terminvereinbarungen. Ihre Nutzung für kommerzielle Zwecke, insbesondere für Werbung, Newsletter-Versand oder andere unaufgeforderte Kontaktaufnahmen, ist untersagt und kann rechtliche Schritte nach sich ziehen.
(2) Die Plattform enthält außerhalb der Terminorganisation nach § 6 Abs. 3 keine Kontaktformulare. Die Kontaktaufnahme erfolgt direkt zwischen Besucher:in und Psychotherapeut:in per E-Mail oder Telefon; für diese Kommunikation gelten die Datenschutzhinweise der jeweiligen Praxis.
(3) Automatisierte Abfragen, das Crawlen oder Auslesen der Plattform (Scraping), das systematische Sammeln von Profildaten und die Übernahme des Datenbestands oder wesentlicher Teile davon in andere Verzeichnisse, Datenbanken oder Dienste sind untersagt (§ 14 Abs. 2). Die Erfassung durch Suchmaschinen zum Zweck der Auffindbarkeit bleibt zulässig.
(4) Wer von einer Praxis einen Link zu einem Fragebogen oder zur Terminorganisation erhält, nutzt ihn nur selbst, gibt ihn nicht weiter und trägt nur eigene, zutreffende Angaben ein. Das Ausfüllen eines Fragebogens ist freiwillig; Ansprechpartnerin für alle Fragen dazu ist die Praxis, die den Link übermittelt hat.
§ 12 Haftung
(1) Der Betreiber haftet unbeschränkt für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, für Schäden, die auf Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit beruhen, bei arglistigem Verschweigen eines Mangels, bei Übernahme einer Garantie sowie nach dem Produkthaftungsgesetz.
(2) Bei leicht fahrlässiger Verletzung einer Pflicht, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung die Nutzer:in regelmäßig vertrauen darf (wesentliche Vertragspflicht), ist die Haftung auf den Ersatz des vorhersehbaren, vertragstypischen Schadens begrenzt. Im Übrigen ist die Haftung für leichte Fahrlässigkeit ausgeschlossen.
(3) Der Betreiber haftet nicht für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der von Psychotherapeut:innen bereitgestellten Angaben, für deren fachliche Qualifikation oder therapeutisches Vorgehen, für die Verfügbarkeit von Psychotherapieplätzen oder die Einhaltung von Terminzusagen sowie für Inhalte externer Websites (§ 13). Die Auswertung eines Fragebogens ist eine Rechenhilfe (§ 6 Abs. 2 lit. c); für ihre fachliche Verwendung ist die Praxis verantwortlich.
(4) Der Betreiber sichert die Daten der Plattform regelmäßig (Abschnitt 3.4 der Datenschutzerklärung). Für Daten, die die Praxis dauerhaft benötigt, bleibt sie gleichwohl selbst verantwortlich, sie in ihre eigene Dokumentation zu übernehmen (§ 6 Abs. 2 lit. c); die Haftung für den Verlust solcher Daten ist auf den Aufwand begrenzt, der bei ordnungsgemäßer eigener Dokumentation für die Wiederherstellung angefallen wäre.
(5) Die vorstehenden Beschränkungen gelten auch zugunsten der Erfüllungsgehilfen des Betreibers. Ansprüche nach der DSGVO, insbesondere nach Art. 82 DSGVO, bleiben unberührt.
§ 13 Externe Links
Die Plattform kann Links zu externen Websites Dritter enthalten (z. B. Websites von Psychotherapeut:innen, Psychotherapeutenkammern, Berufsverbänden). Für die Inhalte dieser externen Seiten ist ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.
Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf mögliche Rechtsverstöße überprüft; rechtswidrige Inhalte waren dabei nicht erkennbar. Eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten ist ohne konkrete Anhaltspunkte einer Rechtsverletzung nicht zumutbar. Bei Bekanntwerden von Rechtsverletzungen werden entsprechende Links umgehend entfernt.
§ 14 Urheberrecht, Datenbankschutz und Kartendaten
(1) Alle auf der Plattform veröffentlichten Inhalte (Texte, Bilder, Grafiken, Layout, Struktur, Software) unterliegen dem Urheberrecht. Die Rechte liegen beim Betreiber oder bei den jeweiligen Psychotherapeut:innen. Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und jede Art der Verwertung außerhalb der Grenzen des Urheberrechts bedürfen der Zustimmung des jeweiligen Rechteinhabers. Downloads und Kopien dieser Seiten sind nur für den privaten, nicht kommerziellen Gebrauch gestattet.
(2) Die Gesamtheit der Profile und Ortsdaten ist eine Datenbank im Sinne der §§ 87a ff. UrhG, deren Hersteller der Betreiber ist. Die Entnahme oder Weiterverwendung der gesamten Datenbank oder wesentlicher Teile davon bedarf seiner Zustimmung; § 11 Abs. 3 bleibt unberührt.
(3) Die Kartendarstellung beruht auf Daten von OpenStreetMap, © OpenStreetMap-Mitwirkende, verfügbar unter der Open Database License (ODbL). Die vom Betreiber daraus erzeugten Kartenkacheln und Ortsdatensätze unterliegen den Bedingungen dieser Lizenz.
(4) Soweit Inhalte nicht vom Betreiber erstellt wurden, werden die Urheberrechte Dritter beachtet und entsprechende Inhalte als solche gekennzeichnet.
§ 15 Datenschutz
Der Betreiber nimmt den Schutz personenbezogener Daten ernst. Informationen zur Verarbeitung personenbezogener Daten auf dieser Plattform — einschließlich der Angaben zu Hosting, Dienstleistern, Fragebögen und Terminorganisation — finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Bei direkter Kontaktaufnahme mit Psychotherapeut:innen und für die Inhalte von Fragebögen und Terminanfragen gelten die Datenschutzhinweise der jeweiligen Praxis; sie ist dafür Verantwortliche im Sinne der DSGVO (§ 6 Abs. 1).
§ 16 Änderungen der AGB
(1) Der Betreiber darf diese AGB ändern, wenn dafür ein sachlicher Grund besteht — insbesondere eine Änderung der Rechtslage oder der Rechtsprechung, eine Weiterentwicklung der Plattform oder ihrer Funktionen, eine Änderung bei den eingesetzten Dienstleistern oder die Schließung einer Regelungslücke — und die Änderung für die Nutzer:innen zumutbar ist. Das Verhältnis von Leistung und Gegenleistung sowie die wesentlichen Pflichten der Parteien werden durch dieses Verfahren nicht geändert.
(2) Registrierten Psychotherapeut:innen teilt der Betreiber Änderungen mindestens sechs Wochen vor ihrem Wirksamwerden in Textform an die hinterlegte E-Mail-Adresse mit und hebt die geänderten Stellen hervor. Sie können den Änderungen bis zum Wirksamwerden widersprechen oder den Vertrag nach § 9 beenden. Widersprechen sie nicht, gelten die Änderungen mit dem genannten Zeitpunkt als angenommen; auf diese Folge und auf das Widerspruchsrecht weist der Betreiber in der Mitteilung ausdrücklich hin. Widerspricht eine Psychotherapeut:in, darf der Betreiber den Vertrag nach § 9 Abs. 3 kündigen.
(3) Für Besucher:innen, Patient:innen und Anfragende gilt jeweils die auf dieser Seite veröffentlichte aktuelle Fassung.
(4) Änderungen der Regelungen zur Auftragsverarbeitung (§ 7) und zur Verschwiegenheit (§ 8) werden gegenüber einer Praxis nur wirksam, wenn sie ihnen ausdrücklich zustimmt, etwa durch Bestätigung beim nächsten Login. Bis dahin gilt für sie die bisherige Fassung dieser Paragraphen weiter. Verweigert sie die Zustimmung, darf der Betreiber die Nutzung der Praxiswerkzeuge mit einer Frist von vier Wochen beenden; § 7 Abs. 11 gilt entsprechend.
§ 17 Schlussbestimmungen
(1) Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
(2) Der Betreiber ist nicht verpflichtet und nicht bereit, an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen.
(3) Erklärungen, für die diese AGB Textform vorsehen, können per E-Mail an die im Impressum genannte Adresse beziehungsweise an die im Account hinterlegte E-Mail-Adresse abgegeben werden.
(4) Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam sein oder werden, berührt dies die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen nicht. An die Stelle einer unwirksamen Bestimmung treten die gesetzlichen Vorschriften. Das gilt auch für die Regelungen der §§ 7 und 8, die im Zweifel so auszulegen sind, dass die Anforderungen von Art. 28 DSGVO und § 203 StGB erfüllt bleiben.
Stand: 26. September 2026