Anfang 2016 schloss ich mein Studium für klinische Psychologie an der Radboud University Nijmegen ab und bin seither als Psychologe und Psychotherapeut tätig. Meine Approbation im Bereich der Verhaltenstherapie erlangte ich 2021. Durch tiefenpsychologische und gestalttherapeutische Sozialisation durch Arbeitskolleg:innen und Supervisor:innen verstehe ich mich jedoch als schulenübergreifend. Im weiteren Verlauf setzte ich mich vor allem mit systemischen Techniken und Haltungen auseinander. Persönlich bin ich geprägt durch meine beruflichen Anfänge in Suchtkliniken. Was mich dort vor allem begeisterte, war der direkte und konfrontative Umgang mit einem teils kriminellen Patientenklientel. Ich bin noch immer bemüht, einen klaren und nicht allzu beschönigenden Umgang zu finden. Dies erscheint mir ehrlich. Weiter prägen mich die vielen Stunden und Wochen, die ich regelmäßig in der Meditation verbringe. In der Zen-Praxis reflektierte ich meinen Umgang mit schwierigen Situationen und wie ich das Verhältnis zwischen mir und dem anderen ausgeglichener gestalten kann.
Und dann gibt es noch diese andere Seite: Schlechte Ideen, gute Geschichten:
Klöster und Sterblichkeit. Höhenkrankheit am Everest, ein Guide der nachts heimlich schaut ob ich noch lebe. Alleine durch Vietnam, krank im Taifun, aufgepäppelt von Fremden. In der Atacama überfallen, alles weg, irgendwie zurück nach Santiago. Ein chinesischer Künstler, der einen Stuhl gegen die Scheibe schmeißt – während seiner Knastzeit nichts mehr von ihm gehört, jetzt wieder im Kontakt. Suchtkranke auf einem Schiff ohne Nikotin. Reality-TV im Ausland, Dauerkonflikte, kein Schlaf. Kickboxen ohne Technik, aber die Fäuste kommen aus allen Richtungen.
Ich mag das, was besonders ist. Manchmal auch das, was wehtut. Das bin ich.
